Vielleicht standen auch Sie gerade vor der Entscheidung, Ihre Kanzlei mit neuen Programmen auszustatten. Die AG Kanzleimanagement hat nun in einer Studie einen Überblick über die aktuelle Software auf dem Markt zusammengestellt. Und die Anwaltschaft nach ihren Ansprüchen gefragt. Eine Erkenntnis: Nachgefragt werden immer mehr betriebswirtschaftliche Werkzeuge sowie mobile Lösungen.
Von Henning Zander im Auftrag der AG Kanzleimanagement

Diese Fragen sollten Sie sich nach der Lektüre des Textes beantworten:

  • Welche Ansprüche habe ich an eine Kanzlei Software?
  • Welche Software kann diese Ansprüche bedienen?
  • Welches Budget will ich dafür einsetzen?

An der aktuellen Studie der AG Kanzleimanagement im DAV haben mehr als 1000 Rechtsanwälte teilgenommen haben. Unter anderem wurden die Kollegen gefragt, welche Software genutzt wird und wie groß die Zufriedenheit mit dieser Software ist.

„Relativ deutlich zeigt sich der Strukturwandel der Anwaltschaft“, sagt Dr. Andreas R. J. Schnee-Gronauer, verantwortlich für die Studie und Rechtsanwalt bei Meyer Rechtsanwälte aus Lübbecke. Nachgefragt werden vor allem betriebswirtschaftliche Instrumente, die das Controlling betreffen. Zudem finden auch Werkzeuge für das Projektmanagement großen Anklang. Ebenso sind ein großes Thema Cloud-basierte Lösungen – also die Möglichkeit, Inhalte auf externe Server zu spielen und von außen mobil darauf zugreifen zu können. „In diesen Ansprüchen spiegelt sich die Tendenz der Anwaltschaft zu größerer Spezialisierung und fachübergreifender Arbeit wider“, sagt Dr. Schnee-Gronauer.

Nach Angaben der Softwarehersteller sind in rund 37.000 Kanzleien (von ca. 45.000 lt. Umsatzsteuerstatistik insgesamt erfassten) Kanzleiverwaltungsprogramme im Einsatz. Zu den Programmen mit der größten Verbreitung gehören nach der aktuellen Studie ra-micro, ReNoStar, ReNoFlex, DATEV Phantasy/Anwalt classic pro und AnNoText. Diese decken rund Zweidrittel des Marktes ab. Die meisten Programme werden – wie für Sie gewohnt - klassisch auf den Computern installiert. Selten sind hingegen „Software as a Service“-Lösungen (so.g. ASP), bei denen ein Programm über das Internet angeboten wird und quasi gemietet werden kann.

Die meisten Programme sind als Universalwerkzeuge für den Kanzleialltag konzipiert. Ihre Funktionen richten sich am Bild eines forensisch tätigen Rechtsanwalts aus. Der Schwerpunkt der Programme liegt dementsprechend auf der Verwaltung von Akten und Adressen, Fristen und Wiedervorlagen, dem Erstellen von Dokumenten und der Abrechnung nebst Führung des Mandantenkontos. Wenn Ihnen diese Funktionen ausreichen, sind Sie also mit dem aktuellen Angebot gut bedient. Doch auch die Softwarehersteller haben erkannt, dass sich die Berufswirklichkeit der Rechtsanwälte ändert. Wahrscheinlich haben Sie selbst schon einmal die aktuelle Rechtssprechung über eine Smartphone App abgerufen, oder haben eine mobile Software zur Gebührenberechnung genutzt. Das ist der Anfang.

Zum Teil sind Verbesserungen für die betriebswirtschaftliche Steuerung der Kanzlei geplant. Änderungen sind ebenfalls bei Abrechnungsfunktionen vorgesehen. Zehn Hersteller haben zudem vor, Funktionen und Software zukünftig so zu gestalten, dass auch eine Nutzung über Tablet-PCs möglich ist. Dabei gehen sie auf ein großes Bedürfnis der Anwaltschaft ein – möglichst immer und an jedem Ort Zugriff auf wichtige Daten zu haben. Typische Anforderungen einer durchschnittlichen Kanzlei: Rechnungschreiben inkl. RVGZeithonorar zur Akte erfassenBetriebswitschaftliche Auswertung (Mandatsumsätze, etc)

Tipps

  • Definieren Sie die maximal vertretbaren Gesamtkosten der Nutzung – einschließlich Hardware, Service und Wartung pro Jahr für Ihre Kanzlei.
  • Sehen Sie sich den Umfang der unterschiedlichen Software an (siehe: Homepage AG-Kanzleimanagement). Hier gibt es noch Unterschiede! Klären Sie, was sie davon wirklich brauchen!
  • Fragen Sie im Kollegenkreis, oder holen Sie sich Referenzen von den Anbietern hinsichtlich der in Frage kommenden Software (wichtig: Service, Updates, etc.).

Links:

Datenschutz in der digitalisierten Kanzlei – Aktuelles, Ausblicke und Anwendungen

Deutscher KanzleiManagementTag 2018 (#DKMT)

13. & 14. April, Hamburg

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